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Friedrich Cerha


zum Schlagzeug-Konzert im Gewandhaus Leipzig

LEIPZIGER VOLKSZEITUNG, 4.5.2011 --- Da schwirren herrliche Melodien körperlos durch den Raum und bilden so einen Widerpart zur berserkerischen Energie der Außenteile - und zeigen wie nebenbei, dass Cerha auch als Adagio-Komponist, in der Königsklasse der Tonhöhenorganisation also, zu den ganz Großen gehört.

zum Konzert für Schlagzeug und Orchester im Großen Festspielhaus Salzburg

SALZBURGER NACHRICHTEN, 5.10.2009 --- Die Uraufführung galt dem bescheiden Konzert für Schlagzeug und Orchester genannten neuen Werk des 83-jährigen Friedrich Cerha, das aber einen Reichtum an Klangfinesse und unglaublichen Energieschüben freisetzt, die staunen lassen. [...] Wunderschön, nachgerade „mahleresk" der Streichergesang im Übergang zum langsamen Teil, der solistisch von zartester, zärtlichster Vibraphonstimmung durchzogen ist. Mächtig ist der Aufwand an „Apparat" und Orchester-„Batterie", aber alles steht stets im Dienst einer herrlich zu sich selbst gekommenen Musik: ein starkes, ein bejubeltes Meisterstück.

DREHPUNKT KULTUR, 5.10.2009 --- Das Mozarteumorchester Salzburg hat - zusammen mit dem Wiener Johannes Baum-Koller - Friedrich Cerha mit der Komposition eines Konzertes für Schlagzeug und Orchester beauftragt: Pulsierende mitreißende Rhythmik und opulente symphonische Klagsinnlichkeit vereint Friedrich Cerha in diesem Werk - dem man in keiner Sekunde anhört, dass sein Schöpfer schon 83 Jahre alt sein soll.
Dieses virtuose Konzert für Schlagzeug und Orchester ist ein weiteres Paradebeispiel für Friedrich Cerhas meisterhaftes Changieren zwischen den Elementen moderner und traditioneller Klangsprache.

zur CD 'Spiegel I-VII - Monumentum für Karl Prantl - Momente', SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg (Sylvain Cambreling), ORF Radio-Symphonieorchester Wien (Dennis Russell Davis, Friedrich Cerha), 13002KAI

KLASSIK.COM, August 2010 --- Visionäre Musik!

FONOFORUM, Oktober 2010 --- Ein Meilenstein. Eine der bemerkenswertesten Produktionen des Jahres.

SCHERZO, Oktober 2010 --- Exceptional. [Die Produktion wurde in Spanien unter die weltweit 10 Besten des Jahres 2010 gereiht] 

Marcelo Toledo, 5.3.2010, Wien --- Wir können uns sicher sein, dass diese sieben Stücke gemeinsam mit Charles Ives' unvollendeter Universe Symphony, Varèses Arcana, Strawinskys Le sacre du printemps und wenigen anderen Orchesterwerken der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus einer Tradition der Utopie der modernen Musik herausragen.

Beat Furrer, 26.2.2010, Wien --- Die sieben Spiegel sind in jedem Aspekt radikal und wegweisend, was die Komposition aus dem Klang, das Entwickeln einer Form, also die formbindende Struktur des Klangs betrifft.

Hans Zender, 19.2.2010, Freiburg --- Wenn man heute, 50 Jahre zurückblickend, auf die Spiegel des jungen Cerha stößt, so weiß man nicht, was man mehr bewundern soll: die Meisterschaft in der Handhabung der damals neuen Mittel, das Erscheinen einer deutlich erkennbaren Individualität innerhalb einer Textur, die geeignet wäre, das Individuelle zu nivellieren, oder die spätere Entschlossenheit des Komponisten, die gefundene - schmale - Basis einer kompositorischen Erkennungsmarke so bald wie möglich wieder zu verlassen. Zu verlassen zugunsten einer stilistischen Öffnung zur vollen Weite und Freiheit der vielen Facetten der Moderne.

Helmut Lachenmann, 2.2.2010, Stuttgart --- ich habe endlich Cerhas Spiegel-Zyklus - zweimal - gehört! Ja, das sind eindrucksvolle Klanglandschaften, mit souveränem, gleichsam prophetischem Klangsinn komponiert.

György Kurtàg, 26.1.2010, Salzburg --- Friedrich Cerhas Spiegel  haben mich tief beeindruckt. Die impulsive Dramatik, die ständigen - manchmal sehr verlangsamten - Gemütsbewegungen ergriffen mich aber derart, dass es mir beinahe entging, dass ich schon 80 Minuten Musik hörte.

Pierre Boulez, 21.12.2009, Paris --- Ich habe Friedrich Cerha immer als eine der wichtigsten Persönlichkeiten seiner Generation betrachtet. Ich habe seine Werke mit viel Interesse verfolgt, wenn ich sie im Laufe ihrer Entstehung lesen oder hören konnte. Es freut mich, dass sie nun auf einem Album erscheinen, das es erlaubt, diese bemerkenswerte Entwicklung zu überblicken. Ich hoffe, dass man sich auf diese Weise seiner wahrhaften Bedeutung inne wird.

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OBERÖSTERREICHISCHE NACHRICHTEN, 3.9.2007 (zu: Musiktage Mondsee) --- Zum Schluss das Klarinettenquintett (2004) des Composers in Residence, Friedrich Cerha: voller spritziger Einfälle (...). Ein großes gehalt- und klangvolles Kammermusikwerk, das so leidenschaftlich musiziert wurde, dass vom begeisterten Publikum ein Dacapo gefordert wurde.

DIE PRESSE, 27.4.2006 (zu: Quintett für Klarinette und Streichquartett, UA) --- Wieder gelang es Cerha trotz seines Faibles für ausgefeilte Konstruktionen, ein aufs erste Hören fassliches, hoch-expressives Werk zu schreiben.

DIE PRESSE, 20.12.2005 (zu: Violinkonzert, UA) --- Hätte der 27jährige Komponist damals, in den frühen fünfziger Jahren, eine Aufführung dieses eruptiv-genialistischen Werkes durchgesetzt, es hätte gewiß Sensation wie Skandal hervorgerufen. Aber auch heute noch frappieren Eigenständigkeit und Kühnheit der Komposition auf das Höchste.

DIE PRESSE, 17.3.1999 (zu: Alles Licht, UA) --- Das war das Erfreuliche dieses Abends, dass Musik vorgestellt wurde, die jenseits gedankenschwerer Novitätenjagd angesiedelt ist, die frischwärts neue Möglichkeiten ausprobiert, sich in Tönen auszudrücken.

ÖSTERREICHISCHE MUSIKZEITSCHRIFT, Mai 1998 (zu: Sechs Stücke für Solovioline, UA) --- Höhepunkt des Abends aber und einer des Festivals überhaupt waren Friedrich Cerhas Sechs Stücke, die zum Gelungensten zählen, was in den letzten Jahren von Cerha zu hören war. Konzis in der Klangsprache und in ihrer Transparenz an den Stil früherer Jahre erinnernd, dabei ohne auch nur den mindesten Spannungsabfall, überzeugten insbesondere die ersten drei Stücke.

WIENER ZEITUNG, März 1994 (zu: Für K, Festival Hörgänge) --- Dieses (...) gewagte Werk ließ keine Wünsche offen. Formal klar durchdacht schafft Cerha eine Atmosphäre, die von humoristischen Passagen bis zu lethargischen Phrasen reicht. Bravo.