deen

Friedrich Cerha


Friedrich Cerha

1926Am 17. Februar in Wien geboren
1933Geigenunterricht bei Anton Pejhovsky
1935 Erste Kompositionsversuche
1936
Besuch des Realgymnasiums in Wien XVII
1939
Unterricht in Kontrapunkt und Harmonielehre
1943
Einberufung als Luftwaffenhelfer nach Achau bei Wien
1944 Einzug zur deutschen Wehrmacht; Ausbildung an einer Offiziersschule in Dänemark
1945
Desertion aus einem Transport nach Deutschland; Kontakt zum dänischen und deutschen Widerstand; Fußmarsch nach Tirol. Dort als Hüttenwirt und Bergführer tätig. Im November Rückkehr nach Wien.
1946
Studium an der Akademie für Musik und darstellende Kunst: Geige (bei Gottfried Feist und Vasa Prihoda) Komposition (bei Alfred Uhl), Musikerziehung; gleichzeitig an der Universität Wien: Germanistik, Musikwissenschaft und Philosophie. In den folgenden Jahren Kontakt mit jungen Komponisten (u.a. Paul Kont), Malern und Dichtern, die sich später im Art-Club sammelten und mit der österreichischen Sektion der internationalen Gesellschaft für Neue Musik IGNM. Analysen von Werken der Wiener Schule mit Josef Polnauer. Umfangreiche Tätigkeit als Konzertgeiger.
1950 Promotion zum Dr. phil. Beginn einer Tätigkeit als Musikerzieher an Wiener Mittelschulen. In den Jahren 1960-65 mit dem Aufbau und der Leitung von Schulorchestern beschäftigt. Weitere zahlreiche Konzerte als Geiger.
1956-58 Teilnahme an den Darmstädter Ferienkursen. Als Geiger dort auch Besuch der Kurse von Rudolf Kolisch und Eduard Steuermann, zwei weiteren intimen Kennern des Musizierideals der Schönberg-Schule. Erste Kompositionen nach der Auseinandersetzung mit dem Serialismus (u.a. Formation et solution, UA Darmstadt 1958, Relazioni fragili, UA Wien 1960).
1957
Rom-Stipendium. Komposition der Espressioni fondamentali für Orchester (UA Berlin 1960).
1958 Mit Kurt Schwertsik Gründung des Ensembles die reihe zur Schaffung eines permanenten Forums für neue Musik in Wien; Pionierarbeit bei der Präsentation neuer Werke, aber auch der Musik der Klassischen Moderne, vor allem der Wiener Schule. Als Geiger Präsentation von Werken der Wiener Schule bei der Weltausstellung in Brüssel.
1959 Erste Lehraufträge an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien. Erste Konzerte der reihe. Komposition von Mouvements und Fasce.
1960 Gründung des Ensembles Camerata Frescobaldiana für italienische Musik des 17. Jahrhunderts und Konzerte auf alten Instrumenten in den folgenden Jahren. Ausgaben alter Musik. Komposition der Spiegel für großes Orchester und Tonband (1960/61) und Entwurf des Musiktheaterkonzepts dazu (Reinschriften bis 1971).
1961Erster internationaler Erfolg als Komponist und Dirigent mit Relazioni fragili beim IGNM-Fest in Wien. Beginn einer verstärkten Tätigkeit als Dirigent (Ensemble, Orchester, Oper) bei allen wichtigen Institutionen zur Pflege neuer Musik, führenden Festivals und Opernhäusern.
1962Beginn der Auseinandersetzung mit dem III. Akt der Oper Lulu von Alban Berg (Arbeit daran bis 1978). Erste umfangreiche Tournee mit der reihe (u.a. mit Relazioni fragili) durch Deutschland und nach Paris.
1962-67 Komposition der Exercises (UA Wien 1968)
1963 Erwerb des Domizils in Maria Langegg. Erstes Cerha-Portrait bei den Wiener Festwochen.
1967 Umfangreiche bildnerische Tätigkeit in Maria Langegg (Zeichnungen, Aquarelle seit den Fünfzigerjahren); später Bau einer Steinkapelle und vermehrte Arbeit an Steinskulpturen.
1968-75 Präsident der österreichischen Sektion der IGNM
1969 Ernennung zum a.o. Professor an der Hochschule für Musik in Wien
1970 Tournee des Ensembles die reihe durch Kanada und die USA. UA der Langegger Nachtmusik I bei den Berliner Festwochen.
1970/71Stipendiat des DAAD in Berlin
1971Förderungspreis des BMf Unterricht und Kunst Wien
1972 UA des Gesamtzyklus der Spiegel für großes Orchester und Tonband beim IGNM-Fest/steirischer herbst - Musikprotokoll in Graz.
1973
UA Curriculum (Auftrag der Koussevitzky-Foundation) in New York
1974 Auftrag des BMf Unterricht und Kunst zur Oper Baal, Komposition 1974-1980. Würdigungspreis der Stadt Wien.
1976 Ernennung zum o. Prof. an der Wiener Musikhochschule, Leiter einer Klasse für „Komposition, Notation und Interpretation neuer Musik" bis 1988. UA des Konzerts für Violine in Wien.
1978 Mit Hans Landesmann Begründung und Leitung des Konzertzyklus Wege in unsere Zeit im Wiener Konzerthaus, der in Ensemble- und Orchesterkonzerten (bis 1983) wesentliche Entwicklungen in der Musik unseres Jahrhunderts aufzeigen sollte.
1979 UA der dreiaktigen Fassung der Oper Lulu von Alban Berg in Paris. Aufführung des Gesamtzyklus Spiegel bei der Biennale in Venedig.
1981 UA des Musiktheaterstücks Netzwerk bei den Wiener Festwochen; UA der Oper Baal nach Bertold Brecht bei den Salzburger Festspielen und Folgeaufführungen an der Wiener Staatsoper.
1982 UA der Baal-Gesänge mit Theo Adam am NDR Hamburg; Baal-Aufführung der Deutschen Staatsoper Berlin.
1983Komposition des Requiem für Hollensteiner nach Texten von Thomas Bernhard (UA NDR Hamburg 1984). UA der I. Keintate nach Wiener Stücken von Ernst Kein in Wien.
1984 Beginn der Komposition der Oper Der Rattenfänger nach Carl Zuckmayer (Auftrag des steirischen herbst).
1986 Großer Österreichischer Staatspreis (von Cerha für Aufführungen junger Komponisten gestiftet); Goldenes Ehrenzeichen des Landes Steiermark, Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold. Ausstellung der Österreichischen Nationalbibliothek: Jugend eines Komponisten in Wien.
1987 UA Der Rattenfänger beim steirischen herbst am Opernhaus Graz und an der Wiener Staatsoper
1988 Ehrenmitglied der Wiener Konzerthausgesellschaft. Nach der Emeritierung an der Hochschule verstärkte Tätigkeit als Komponist und Dirigent. Komposition des Monumentum für Karl Prantl (UA Salzburger Festspiele 1989).
1989 Hauptkomponist beim Festival Wien modern. Komposition und UA des Phantasiestücks in C.'s Manier für Cello und Orchester, Komposition des 1. Streichquartetts (Auftrag der Stiftung Mozarteum Salzburg, UA 1990 bei der Mozart-Woche Salzburg).
1990 Komposition des 2. Streichquartetts (Auftrag des Concours international de quatuor à cordes d'Evian. UA 1991).
1991 Komposition der Langegger Nachtmusik III für Orchester und UA in Berlin
1992 Erster Preis für das 1. Streichquartett beim ICONS-Wettbewerb in Turin. Komposition der Impulse für Orchester (1992/93) im Auftrag der Wiener Philharmoniker. Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften.
1993 Komposition des Bratschenkonzerts (UA Wien 1995) und von Für K für Ensemble. Beginn der Arbeit an Interpretationen von Werken der Wiener Schule mit dem Klangforum Wien.
1994 Cerha-Tage in Linz. Komposition des Concertino für Violine, Akkordeon und Ensemble (UA Wien 1996). Komposition des Introitus, Kyrie und Libera me zum Requiem der Versöhnung (Auftrag der Bach-Akademie Stuttgart). Präsident des Klangforums Wien.
1995 U Requiem der Versöhnung in Stuttgart. Ehrenmitglied der IGNM-Österreich. Komposition der Saxophon-Quartetts (UA Wien 1996). Komposition der Acht Sätze nach Hölderlin-Fragmenten für Streichsextett (Auftrag der Philharmonie Köln, UA Köln 1996).
1996 UA der Impulse für Orchester (Wiener Philharmoniker, Leitung: André Prévin). Komposition von Jahr lang ins Ungewisse hinab (Hölderlin) für Ensemble (Auftrag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften). Zahlreiche Konzerte zum 70. Geburtstag im In- und Ausland. Composer in Residence am Mozarteum Salzburg.
1997 UA von Jahr lang ins Ungewisse hinab in Wien. Komposition des Cellokonzerts (Auftrag der Berliner Festspiele). Auftrag der Wiener Staatsoper zur Komposition der Oper Der Riese vom Steinfeld (Libretto: Peter Turrini).
1998 UA des Konzerts für Violoncello und Orchester bei den Berliner Festwochen
1999 Komposition des Zyklus Im Namen der Liebe (Texte von Peter Turrini) für Bariton und Orchester (Auftragswerk des Festivals de Música de Canarias). Auftrag zur Komposition des Orchesterstücks Hymnus durch das Konzerthaus Berlin.
2001 UA der Fünf Stücke für Klarinette, Violoncello und Klavier zum 50. Geburtstag von Heinrich Schiff.
Komposition der Rhapsodie pour violon et piano im Auftrag des Wettbewerbs Jacques Thibaud, Paris.
Beginn der Komposition des Requiems für Soli, Chor und Orchester im Auftrag des Konzerthauses Wien (UA 2004).
Publikation des Buches Schriften. Ein Netzwerk im Verlag Lafite www.musikzeit.at
2002 UA der Oper Der Riese vom Steinfeld an der Staatsoper Wien
2003/04 Komposition des Konzerts für Sopransaxophon und Orchester
2004 Komposition des Konzerts für Violine und Orchester und des Quintetts für Klarinette in A und Streichquartett (Auftragswerk von BNP Paribas)
2004/05 Komposition der Momente für Orchester (Auftragswerk der Musica Viva München)
2006 Auszeichnung mit dem erstmals vergebenen Goldenen Löwen für ein Lebenswerk der Musik-Biennale von Venedig